12. Prozesstag: 14. Januar 2021

Zu Beginn der Verhandlung fragt Richter Tonndorf die Verteidigung Marco K., nach einer angekündigten Einlassung des Mandanten. Diese werde laut Rechtsanwalt Beisenbusch noch zurückgestellt. Es schaltet sich Rechtsanwalt Dann, Verteidigung Robin B., ein. Robin B. beginnt eine Einlassung vorzulesen:

„Ich bin mittlerweile seit dem 29.7.2020 in Haft. Das ist mein erstes Mal im Gefängnis und es hat mich sehr beeindruckt. Vorher kannte ich das nur aus dem Fernsehen. Ich bin seitdem getrennt von meiner Familie und meiner Verlobten. Wir waren im Dezember 2019 zusammengezogen und wollten eine Familie gründen. Mit der Pandemie bin ich im Gefängnis noch mehr isoliert als ohnehin schon. Das ist eine sehr schwere Zeit für mich.

Ich kann meine Taten nicht ungeschehen machen, aber ich will sie nicht mehr wiederholen. Ich kann auch nichts wiedergutmachen. Aber ich möchte dafür Verantwortung übernehmen. Ich gestehe, dabei gewesen zu sein:

22.10.2016 Ackerkampf in Hessen

22.2.2019 Bowlingbahn Gorndorf

12.5.2019 Ackerkampf in Hessen

27.7.2019 Bahnhof Gotha

19.2.2018 Ackerkampf in Hessen

29.7.2018 Ackerkampf in Hessen

Ich gestehe nicht, dass ich Mitglied einer kriminellen Vereinigung nach § 129 StGB gewesen bin.

Ich war Mitglied des Jungsturm (JS). Unsere Ziele waren Fußball, Kämpfe, Graffitis und teilweise Übergriffe auf andere Fans. Bei der Gründung und Organisierung des JS vor ca. fünf Jahren war ich noch nicht dabei. Aber seit 2017 war ich dabei. Der JS diente nur zur Unterstützung des RWE. Ich habe schon seit ich acht Jahre alt war selber Fußball gespielt und habe seit Jahren eine Dauerkarte für den RWE. Der JS war eine gemeinsame Fanfreundschaft. Wir haben Spenden gesammelt, Feiern organisiert, sind gemeinsam in Erfurt und Arnstadt auf Stadtfeste gegangen – aber wir haben keine kriminellen Aktivitäten verfolgt. Alle Fußballinteressierten waren bei uns willkommen.

JS-Graffitis usw. waren eine absolute Nebensache. Die Ackerkämpfe haben wir nicht als JS gemacht. Es war ohnehin keine Mitgliedschaft im JS nötig um mitzumachen. Die Teilnehmer an den Kämpfen waren oft keine Mitglieder. Wir hatten auch keine Hierachien und Strukturen, sondern waren einfach Freunde, die auch gemeinsam Sport gemacht haben, Angeln gegangen sind oder Playstation gespielt haben.

Zu Gorndorf: Ich habe an der Aktion teilgenommen, sie aber nicht mitgeplant. Wir wollten Fans von Jena Branco herausfordern. Einer sollte reingehen und die Brancos rausrufen. Dann hat sich aber eine Eigendynamik entwickelt. Ich habe im Laufe dessen einen Schlagabtausch gehabt und habe mich dann vorzeitig zurückgezogen, als ich gesehen habe, wie sich das entwickelt. Danach hab ich dann trotzdem im Chat damit angegeben, um Anerkennung zu bekommen.

Zu Gotha: Die Aktion war eine Reaktion auf einen Angriff von Jenaer Fans auf Erfurter, der vorher stattgefunden hatte. Es war wie ein Cowboy-Indianer-Spiel, ein Kräftemessen.vWir sind dort in Unterzahl gewesen und ich habe auch Schläge abbekommen. Ich wollte das für Erfurt machen. Heute bin ich reifer als damals.

Zu den Ackerkämpfen: Ich habe an mehreren Kämpfen teilgenommen. Ich wusste nicht, dass das strafbar ist. Ich dachte es gelten die allgemeinen MMA-Regeln. Die Anzahl und das Alter der Kämpfer war immer vorher abgesprochen. Es sollten keine Handschuhe und kein festes Schuhwerk getragen werden. Und es gab immer Kampfrichter. Es gab einmal ein 11 gegen 11, sonst waren es immer weniger als 20 insgesamt, weil es sonst zu unübersichtlich wird. Auf Liegende sollte nicht weiter eingewirkt werden. Alle trugen Genital- und Zahnschutz. Manchmal haben wir auch alle danach zusammen noch was getrunken. Ich habe mittlerweile auch an einem Anti-Gewalt-Training teilgenommen, das ich im September 2020 beantragt hatte.“

Sein Anwalt Dann möchte noch ein Schreiben der WSD GmbH vom 10. Oktober 2020 als Urkunde verlesen lassen. Der Richter fügt hinzu, das dies eine Werkzeuge-, Schrauben- und Drehscheiben GmbH aus Gotha sei. Er verliest:

„Wir stellen Robin Brand eine sofortige Wiedereinstellung in unserem Betrieb in Aussicht, wenn er aus der Haft entlassen wird. RB wurde in alle Bereiche des Betriebs eingearbeitet. Er ist ein wichtiges Teil des Teams. Mit freundlichen Grüßen, Ole D..“

Rechtsanwalt Dann fügt hinzu, dass dieses Angebot immer noch bestehe. Richter Tonndorf möchte dies nochmal schriftlich haben und gibt bekannt, dass im Anschluss an den Hauptverhandlungstag noch eine Haftprüfung stattfinden wird. Nachfragen an den Angeklagten sind nicht gestattet.

Es erfolgt die Anhörung des Zeugen KHK B. von der KPI Saalfeld. Der Zeuge war bei Hausdurchsuchungen bei Theo Weiland dabei und habe die Telefone von Eric H. und Felix R. ausgewertet. Diese seien im Zuge der Ermittlungen wegen einer gefährlichen Körperverletzung im Januar 2019 in Saalfeld beschlagnahmt worden. Felix R. hatte vor der Johannisklause in Saalfeld eine Person angegriffen. Eric H. fuhr das Fluchtfahrzeug. Daraus haben sich relevante Hinweise auf einen Landfriedensbruch am 7. Dezember 2018 und auf den „Jungsturm“ ergeben.

Der Zeuge stellt die relevanten Kontakte auf den Telefonen vor. Dabei waren „Eric Bronson“, Eric H., Felix R., Anton W., Theo W., Daniel R., Nils R. und „Bifi“ Steve W. Dabei wurden WhatsApp und Telegram Chats mit Bezug auf den 7. Dezember 2018 festgestellt. Auf Telegram gab es eine Gruppe „Saalfeld ist rot-weiß“ sowie „Kerni-Gruppe 2.0“. Auf WhatsApp waren es laut dem Zeugen eher eins zu eins Chats. Dort gab es außerdem die Gruppe „Burger und Nutten“. In der Saalfeld Gruppe gab es Nachrichten zum Vorfall am Bahnhof. Eine Stunde nach der tat wurde „Jemand nass geworden?“ gefragt und „Das eigentliche Ziel ist entkommen“ und „Es wurde wer erwischt und geraubt“. Die Kommunikation soll Daniel R. und Theo W. geführt haben. Die „Kerni-Gruppe“ sei überregional gewesen. Die Saalfeld-Gruppe laut dem Zeugen nur regional. Eine weitere Nachricht im Saalfeld-Chat war „Branco sind hoch zu den Bullen gerannt“. Dabei handelt es sich bei „Branco“ um eine Gruppe, die der Horda Azzuro nahe stehe, so der Zeuge. In dieser gäbe es auch gewaltbereite Mitglieder. Über deren Flucht sei sich im Chat geärgert worden.

Mitglieder der „Kerni-Gruppe 2.0“ waren laut dem Zeugen Eric H., Theo Weiland, Robin B., Steve W., Marius M., Thomas Z., Marco K., Dennis D., Dominic B., Benjamin St., Roy-Peter K., Kevin N., Phillip M. und Richie B.. Auch dort soll es die Frage von Theo Weiland gegeben haben, ob jemand verletzt wurde. Außerdem habe es Aufrufe gegeben Streife zu fahren und Brancos zu suchen. Außerdem wurde ein baldiges Branco-Treffen vermutet, auf das es einen erneuten Angriff geben solle.

In diesem Chat soll es folgende Kommunikation gegeben haben:
Theo Weiland: Alle gut weggekommen?

Steve W.: Jup.

X: Scheiße, nur ein Schal und eine Mütze.

X: Kernis auf der anderen Seite sind weg.

Im Chat „Burger und Nutten“ sei nach dem Angriff über Verletzungen geschrieben worden. Eric H. habe seinen Mundschutz ausspülen müssen. Außerdem wurden Fotos von geraubten Gegenständen gezeigt. Eric H. schrieb außerdem an Felix R.: „Du hast nen guten Eindruck hinterlassen, aber es hat sich zu 95% erledigt, zu 5% stehen die Chancen, dass es mit Glück doch noch was wird.“ Dabei ging es wohl um dessen Mitgliedschaft bzw. Aufnahmechancen beim „Jungsturm“.

Es folgen Fotos, die aus der Handy-Auswertung von Eric H. und Felix R. stammen. Darunter finden sich Mundschutz mit Hooligan „H“, Bild von Steve W. mit Roy-Peter K., Roy Peter K., Benjamin St. und Dominic B. auf einem Bild, Tonfas, Baseballschälger, Pfefferspray auf einem Tisch, RWE Tattoos, Steve W. und Phillip M. im Security-Dienst, Gruppenfoto „Jungsturm“, Foto von Maximilian W., altes Banner „Jungsturm“ – KEF, Robin B. mit Kevin N., Steve W. Phillip M. mit Hitlergruß, Fotos von Ackerkämpfen als Bildcollage, Training in Kirchheim mit Roy-Peter K. im „Jungsturm“-Pullover, Steve W., Phillip M. und Robin B. nach einem Ackerkampf, gemeinsames Essen mit Till M., Steve W., Eric H. und Benjamin St., Foto Nils R. und Daniel R., Training Eric H., Felix R. und Marius M., Screenshots Chats, Foto Thomas Z. Und Marcel T., Gruppenfoto Theo Weiland, Marius M., Daniel R. und Nils ., Foto einer Pistole sowie Fotos von FCC-Fans.

Rechtsanwalt Pinkes, Verteidigung Steve W., möchte wissen, worauf sich Zeuge beziehe, wenn dieser sagt, dass es sich bei Personen um die selben Personen hinter der „Jungsturm“ Fahne im Stadion handele. Der Zeuge kann dies nicht genau benennen und verweist auf die Berichte der Szenekundigenbeamten. Diese übermitteln dies, zum Teil mit Fotos.

Die Staatsanwaltschaft möchte wissen, ob es aus den Chats Erkenntnisse zu den geraubten Fanutensilien gebe. Der Zeuge gibt an, dass bei Felix R. eine Mütze gefunden wurde, die später von einem Zeugen bzw. dem Besitzer wiedererkannt worden ist. Solche geraubten Fansachen werden laut dem Zeugen als Trophäen gesehen und dem Gegner im Stadion präsentiert. Vor allem Fahnen und Banner seien begehrt.

Am 22. April 2019 kam es am Bahnhof in Rudolstadt zu einem Angriff von Felix R. auf eine Person, bei der ebenfalls Phillip U. beteiligt war. Im Anschluss wurde das Telefon von Felix R. sichergestellt. Darauf fanden sich Hinweise auf den Überfall auf die Bowlingbahn am 22. Februar 2019. Daraus wurde laut dem Zeugen eine Tatbeteiligung von Theo Weiland ersichtlich.

Es fanden sich auf dem Telefon Kontakte und Chats darunter mit Johannes H.. Dieser ist Jena-Fan, vermutlich „Jena Brancos“, so der Zeuge. Dieser ging mit Felix R. zur Schule, welcher selber Jena-Fan war. H. wurde am stärksten bei dem Überfall in der Bowling-Bahn verletzt. Bezüglich des Überfalls gab es einen Chat zwischen Eric H. und Felix R. Felix R. schrieb, dass ihm seine linke Schulter und rechter Knöchel schmerzen würden. Dies sei noch nachts nach dem Angriff geschrieben worden. Eric H. schrieb in Bezug auf Johannes H.: „Der hat die ganze Zeit die Hände vors Gesicht gehalten, die habe ich ein paar Mal erwischt.“ Felix R. schickte dann noch einen Screenshot von Theo Weiland mit Bowlingkugeln an Johannes H.. H. antwortete auf das Bild an Felix R. mit „Arschloch.“ H. fragte dazu noch: „Warst du dabei?“ FR antwortete „Nein.“

Anschließend werden Screenshots von GoogleMaps gezeigt, auf denen Felix R. Linien und Pfeilen eingezeichnet hat, wo aus Richtung Erfurt die Einfahrt nach Gorndorf erfolgt und wo geparkt werden kann sowie den Ort der Bowlingbahn. Der Zeuge gibt dazu an, dass Felix R. selbst in Gorndorf wohnte und den Angriff mit vorbereitete.

Es folgen Fotos vom Telefon von Felix R., darunter „NS“-Aufkleber, „NS“ Graffiti, Nazi-Aufkleber, Graffiti „NS Area“, Felix R. mit Pistole und Thorshammer Tattoo auf der Brust, Graffiti „Naziekiez“, CS-Gas und Springmesser.

Es erfolgt ein Verwertungswiderspruch gegen die Auswertung der Telefone, von der Verteidigung von Steve W., da zum Zeitpunkt des Berichtes noch keine TKÜ gegen seinen Mandanten lief.

Es folgt der zweite Zeuge, PHM Thomas S. von der KPI Saalfeld. Der Zeuge war mit der Auswertung von zwei Handys von Felix R. beschäftigt. Als relevante Kontakte gibt der Zeuge Eric H., Phillip U., Marius M und Johannes H. an. In der Gruppe „Burger und Nutten“ haben vor Felix R., Eric H. und Marius M. kommuniziert. Dabei ging es ebenfalls um den Vorfall am Bahnhof. Dabei war M. federführend und maßgeblich an der Planung beteiligt. Er verteilte laut dem Zeugen die Aufgaben und stand im Kontakt mit weiteren Personen aus Erfurt. Ebenfalls übernahm M. die Ausspähung des Bahnhofs, der Anfahrtswege sowie der Lage der Polizeistation. Felix R. sollte vorher schon im Freddy’s Fresh im Bahnhof sitzen, um das Verhalten der Jena-Fans zu observieren. Am Tag selbst stand Felix R. laut dem Zeugen am Bahnhof in Schwarza und filmte durchfahrende Züge um dort nach Jena-Fans zu schauen. Es wurden drei Videos gelöscht, welche später wiederhergestellt werden konnten. In einem weiteren Chat schrieb Marius M.: „Für die Party am 7.12. gehen Daniel und ich von zwei Autos aus Saalfeld aus, aus Erfurt kommen 40 Leute.“

Am Vortag schrieb Marius M.: „Die Party steigt, Anstoß ist 19:00 Uhr. Lass und dafür jetzt lieber eine Telegram-Gruppe machen.“ Felix R. schrieb: „Es gibt keine Nachrichten. Die Bullen fahren Streife in Gorndof. *Name Person Jena-Fan Saalfeld* ist zuhause.“

Es werden weitere Bilder vom Telefon von Felix R. gezeigt. Darunter Garage in Gorndorf mit FCC-Graffiti, Fotos von Personen aus der linken Szene Saalfeld, Marius M. habe diese laut dem Zeugen von drei namentlich genannten Personen haben wollen. Weiterhin werden Fotos Maximilian W. mit blutigem Gesicht, Felix R. und N. vor der Notaufnahme sowie eine Person auf einer Liege. Laut dem Zeugen war dies nach einem Kampf mit Linken in Saalfeld.

Auf dem zweiten Telefon von Felix R. fanden sich ebenfalls Chatverläufe zu den Vorfällen am Bahnhof Saalfeld und Gotha. Der Zeuge gibt an, dass dies in den Chatgruppen „Burger und Nutten“ sowie „Kerni-Gruppe 2.0“ zu finden war. Felix R. orientierte sich laut dem Zeugen ab 2019 immer mehr nach Erfurt. Bei der „Kerni-Gruppe 2.0“ handelt es sich um die interne Gruppe des „Jungsturm“. Der Richter wirft ein, dass sich darin 14 Leute befanden. Bezüglich des Überfalls am 22. Februar 20219 auf die Bowlingbahn in Saalfeld, fanden sich im WhatsApp-Chat „Burger und Nutten“ Hinweise auf eine Beteiligung sowie Verletzungen von Eric H., Felix R. und Marius M.. Dort gab es eine Sprachnachricht von Eric H., dass dieser den Johannes H getreten haben soll sowie dessen Hände zerstört habe. Außerdem gab es einen Chat zwischen Felix R. und Mary-Lou Z., die laut dem Zeugen die damalige Freundin von Felix R. gewesen sein soll. R. war mit Erfurt auswärts in Berlin, sein Telefon ging abends aus und gegen Mitternacht schrieb er erst seiner Freundin, dass er wieder daheim sein. Auf seinem Telefon wurden ebenfalls Fotos einer Kreditkarte sowie eines Ausweises gefunden, die aus einer geraubten Bauchtasche am Bahnhof in Gotha stammten.

Im weiteren Verlauf erklärt der Zeuge, dass Felix R. sehr viel mit Phillip U. kommuniziert habe. Dort schrieb er einen linken Jena Fan aus Saalfeld. Laut dem Zeugen habe Felix R. eine Liste meistgehasster Personen, auf dem sich diese Person befand. Zu dieser Person schrieb Felix R., dass diese Person in Gotha auch „auf die Fresse gekriegt haben.“ Ebenfalls gab es in den Chats zwischen Felix R. und Phillip U. Hinweise auf eine Beteiligung von Felix R. an dem Kampf gegen Frankfurt am 19. Mai 2019, dort soll sich Felix R. am Knie verletzt haben. Außerdem wurden U. ein Screenshot geschickt, auf dem man sieht, wie Felix R. einen Kopftritt bekommt.

Es werden weitere Fotos vom Telefon des Felix R. gezeigt. Als erstes folgt ein abgerissenen Wahlplakat von Katharina König-Preuss (Die Linke), was Richter Tonndorf kommentiert: „Sachbeschädigungen interessieren uns nicht.“. Weitere Fotos zeigen Phillip U. mit gerötetem Gesicht sowie nach einem mutmaßlichen Überfall auf ihn auf einer Kirmes in Kaulsdorf. Weiterhin zeigen Fotos Felix R. im Krankenhaus am 19. Mai 2019 um 23:33 Uhr sowie ihn als Kämpfer auf der Fünf-Jahresfeier des „Jungsturm“ in Langewiesen. Weiterhin gab es ein Foto von Felix R. zusammen mit Marius M., Theo Weiland und Nils R. auf der Feier. Der Zeuge ergänzt hier, dass es dort Hooligan-Kämpfe gab, die eins gegen eins ausgetragen worden sind und an denen sich Hooligans von LOK Leipzig und Chemie Halle beteiligt haben sollen. Der Zeuge fügt hinzu, dass Felix R. seinen Kampf gewonnen haben soll. Weiter geht es mit Bildern von einer Urlaubsreise sowie einem Hakenkreuz-Tattoo auf dem Fuß. Der Zeuge ergänzt, dass dieses Foto von Felix R. an Maximilian W. geschickt wurde mit dem Kommentar: „Überstich mir mal mein Anfängertattoo.“. Ein weiteres Foto zeigt Marius M. mit Stahlhelm und Hitlergruß sowie zertretene Blumen und Gedenkutensilien am Gedenkort für Jana G. in Saalfeld, welche von einem Neonazi ermordet worden ist. Der Zeuge ergänzt, dass Felix R. dort die Kerze umgetreten habe und dazu eine Nachricht verschickte.

Weiter wird ein Screenshot eines Chats von Max B. und einer J. gezeigt. Dazu äußert der Zeuge, dass J. Auf eine Jahresfeier von „Jena Branco“ in den Schloßberg geht und schrieb dies B., welches es an Felix R. weiterleitete. Felix R. habe es an Erfurter weitergeleitet. Auf die Nachfrage von B., ob es wohl nicht geklappt hätte, sagte dieser: „Nee, ich war mit dem Chef dort, aber die waren zu viele.“

Der Richter nennt mehrere Namen von Personen aus Saalfeld, die laut dem Zeugen auf einer Liste von Felix R. stehen. Unter das Fahrzeug des Johannes H. habe Felix R. einen GPS-Peilsende montiert, was aus einem Chat zwischen Felix R. und Marius M. hervorgeht.

Es werden weitere Fotos gezeigt, darunter ein Foto des Kiez-Döner in Halle vom 28. Oktober 2019, also drei Wochen nach dem Anschlag. Dazu sagt der Zeuge, dass Felix R. wohl vor hatte nach Halle umzuziehen, wobei ihm Theo Weiland helfen wollte. Die beiden haben sich laut dem Zeugen dort getroffen. Nach einer Frage von Rechtsanwalt Alexander Held, Verteidigung Marco K., ob denn überhaupt klar sei, ob Felix R. das Foto selber gemacht habe, erwidert der Zeuge, dass man aufgrund der Auswertung die Daten mit der Handy-Kamera abgleichen kann. Der zeuge wird entlassen.

Der Richter verweist auf die Haftprüfung von Robin B. im Anschluss sowie die Ankündigung von Marco K. und das für ein umfängliches Geständnis ebenfalls eine Haftprüfung in Aussicht gestellt worden ist. Rechtsanwalt Pinkes, Verteidigung Steve W., bemängelt dieses Vorgehen und die fehlende Kommunikation, da dies seinem Mandanten eröffnet werden müsse.

Es folgt die Anordnung, dass Chats aus den Gruppen „Saalfeld ist rot-weiß“ und „Kerni-Gruppe 2.0“, sowie der Chat zwischen Johannes H. und Felix R. vom März 2019 im Selbstleseverfahren in das Verfahren eingeführt werden.

Außerdem bemerkt der Richter, dass die Verteidigung von Marco K. und Robin B. am 20. Januar 2021 einen Besprechungstermin am Landgericht Erfurt wegen Ballstädt habe. Diese beginne 10 Uhr, weshalb an diesem Tag die Verhandlung erst um 10:00 Uhr beginne.

Damit endet der Verhandlungstag.

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